Der Mittelfränkische Schützenbund veranstaltete seine Delegiertentagung in Lauf an der Pegnitz. Mehr als 55000 Mitglieder in zwölf Gauen sind im Schützenbezirk Mittelfranken organisiert. Für drei Schützen aus dem Schützengau Eichstätt war dies eine besondere Kulisse für eine erhaltene hohe Ehrung. Die Auszeichnungen wurden ihnen vom 1. Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes Christian Kühn verliehen.

Mit dem Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Schützenbundes wurde eine Dame geehrt, die seit ihrem 12. Lebensjahr im Schießsport unterwegs ist. Sonja Hubner ist im Schützengau Eichstätt doppelt aufgestellt. Von 2003 ab war sie als stellvertretende Gaudamenleiterin tätig. Vor zwei Jahren übernahm sie als 1. Gaudamenleiterin die Verantwortung für die Damenarbeit im Schützengau Eichstätt. Die umfangreiche Mitglieder- und Passverwaltung führt sie seit 2013.

Der Schatzmeister des Schützengau Eichstätt Josef Wojtasiak erhielt das Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Schützenbundes. Der Geehrte ist schon seit 1980 Schatzmeister seines Heimatvereins Germania Mühlheim und seit 1997 Gauschatzmeister. Maßgeblich beteiligt war er mit der Organisation und Durchführung des 90-jährigen und 100-jährigen Vereinsjubiläums.  Als verantwortlicher Bauleiter leistete er seit der Planung ab 1992 bis zur Fertigstellung des Schützenhauses in Mühlheim im Jahr 1995 unzählige Arbeitsstunden.

43 Jahre ununterbrochenes Ehrenamt zeichnen Matthias Schmidt aus. Der Dienstälteste Schützenmeister im Gau Eichstätt war zudem auch über 12 Jahre als Gaujugendleiter im Schützengau tätig.  Der Neubau der Schießanlage in Morsbach kann als sein Bauwerk bezeichnet werden. Für seine unermüdliche Arbeit um das Deutsche Schützenwesen wurde er mit der Medaille am grünen Band ausgezeichnet.

Wie es war am Anfang
 

Auf Einladung des Mittelbayrischen Zimmerstutzenschützenverbandes fand am 20. November 1927 im Nebenzimmer der Gaststätte „Zum Ochsen“ eine Besprechung zur Gründung eines Zimmerstutzengaues statt. Eingeladen wurden  22 Schützenvereine, von denen 11 Vereine anwesend und zwei Vereine entschuldigt waren. Die Abstimmung über  eine Gaugründung wurde durch Zuruf vorgenommen. Von den 11 anwesenden Vereinen stimmten acht Vereine mit einem „Ja“, ein Verein mit „Nein“, zwei Vereine sagten unter Vorbehalt zu. Die zwei entschuldigten Vereine gaben ihre Zustimmung bereits vor der Zusammenkunft. Als provisorischer Gauschützenmeister wurde  der  Waffenhändler Otto Zeitlinger bestimmt.


13 Vereine beteiligten sich am 20.11.1927 an der Abstimmung zur Gaugründung:

Adelschlag, Breitenfurt, Eichstätt-Wittelsbach,  Eichstätt-Heimerbräu, Gammersfeld, Kaldorf,
Konstein, Obereichstätt, Ochsenfeld, Pietenfeld,
Pollenfeld, Titting und Wasserzell.

Die offizielle Gründungsversammlung mit der Wahl des Gauschützenmeisteramtes war dann  am 8. Januar 1928 im Ochsbräu. Die Delegierten aus neun Vereinen gründeten den  Gau I Eichstätt.

Auszug aus dem Gründungsprotokoll vom 8. Januar 1928

 

Fünf Jahre verblieben dem jungen Schützengau an den  gesteckten Zielen und Aufgaben zu arbeiten. Maßgeblich wurden  in dieser Zeit die Gau-  und Volksfestschiessen vorbereitet. Das Gauschützenmeisteramt wurde während dieser Zeit immer wieder bestätigt.

Einen Monat  nach  der  Ernennung Adolf Hitler zum  Reichskanzler (30. Januar 1933) finden wir mit der Delegiertenversammlung im Gasthaus Heimerbräu am 2. April 1933 den letzten Eintrag im Protokollbuch des Schützengau 1 Eichstätt.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten hatte  auch Auswirkungen für den Gau  Eichstätt und  seinen angeschlossenen Vereinen. Es waren  nicht nur äußerliche Veränderungen wie der Hitler Gruß, das Hissen der Hakenkreuzfahne, Zwangsverpflichtungen, verbindliche Schulungen oder Parteimitgliedschaft zu sehen. Die Gleichschaltung aller Verbände, Gaue und  Vereine und die Unterwerfung von Kultur, Religion und Wirtschaft unter  der Macht des Staates nach dem Führerprinzip begann. Jeder einzelne hatte sich unterzuordnen.
Im Mai 1933  wurde  durch  Verfügung des Reichssportkommissars der Zusammenschluss aller Schießsport treibenden Verbände zum „Deutschen Schützenverband“,  einem  Unterverband des „Reichsbundes für Leibesübungen“ angeordnet.
Die angeschlossenen Vereine hatten noch eine Schonfrist bis zum 1. Quartal 1935.  Vereine die bis dahin keine Anmeldung beim „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen“ bestätigten und zugleich die Einheitssatzung anerkannten, wurden aufgelöst und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.
Nach der Gleichschaltung des Sports im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen wurden von den Nationalsozialisten Dietwarte zum weltanschaulichen Aufpassen  in den Verbänden und Vereinen eingesetzt. Aus einem Gauschützenmeister wurde  ein Unterkreisleiter, aus einem Schützenmeister ein Vereinsführer.
Vereinsführerwahlen (Schützenmeisterwahlen) die vor dem  30. Januar 1933 stattgefunden haben, wurden annulliert und  mussten nachgeholt werden. Gewählt wurde auch nur noch  der Vereinsführer, der seine Mitarbeiter bestimmte. Der Vereinsführer musst vom Kreisleiter bestätigt werden, vorausgesetzt die politische Gesinnung stimmte.Sicher gab es Vereine, die dieser Ideologie folgten und dadurch ihr Fortbestehen retteten. Einige Vereine blieben leider auch auf der Strecke, und mussten ihren Schießbetrieb einstellen.
1934 teilte man die Bayerischen Schützenvereine in 3 Gaue auf: Gau Hochland, Gau Franken und Gau Bayerische Ostmark des Deutschen Schützenbundes. Es gab keinen Bayerischen Schützenverband mehr. Wie sich die Verteilung der Vereine des ehemaligen Schützengaus 1 Eichstätt zu den  neu  aufgestellten Gauen verhielt, konnte nicht ermittelt werden. Lediglich von Gammersfeld ist durch ein Schreiben an Zeitlinger bekannt, das die Versicherungsbeiträge für 1936  an den Gau Hochland abgeführt wurden. Die meisten Vereine dürften jedoch dem Gau Bayerische Ostmark zugeführt worden sein.

Beim Gau Bayerische Ostmark war Otto Zeitlinger als Unterkreisleiter  tätig. Ohne  finanzielle Unterstützung bestand seine Hauptaufgabe den  Kontakt  zu den Vereinen aufrechtzuerhalten. Mehrmals bemängelte er den Missstand, er könne auf Dauer aus seinem Privatvermögen diese Zuarbeit nicht mehr aufrecht erhalten.  

Otto Zeitlinger verstarb 1941 ?