Nicht weniger als neun Schützenkönige sind im Festzelt in Tauberfeld proklamiert worden. Der Schützenclub Tauberfeld feierte sein 120jähriges Bestehen in Verbindung mit dem 92. Bundesschießen des Mittelfränkischen Schützenbundes und dem 64. Gauschießen des Schützengau Eichstätt.

Beim Bundesschießen, an dem alle Schützen des Mittelfränkischen Schützenbundes mit seinen 12 Gauen startberechtigt sind, kommen allein vier Schützenkönige aus dem Gau Eichstätt. Adolf Wittmann vom SV Almberg Irfersdorf ist der Bundesschützenkönig mit dem Luftgewehr. Der SV Burgsteinfelsen Dollnstein stellt mit Melanie Wenninger die Damenkönigin. Aus den Reihen des SV „Gut-Heil“ Obereichstätt kommt mit Bianca Vielwerth die Jugendkönigin. Die Auflagekönigin Maria Polster ging für den SV Felsentor Oberemmendorf an den Start. Vom SSV Mitteleschenbach (Schützengau Hesselberg) kommt der Pistolenkönig Alexander Rosenberger.

Die Schützenkönige des 64. Gauschießens proklamierte Gauschützenmeister Karl Renn. Auf heimischen Boden sicherte sich Anton Morgott vom Schützenclub Tauberfeld die Gaukönigswürde mit dem Luftgewehr. Katharina Bauernfeind von den Höhenschützen Biburg-Stadelhofen ist die neue Damenkönigin. Von der FSG Titting kommt die neue Jugendkönigin Stefanie Kößler. Roland Groner vom SV Edelweiß Gammersfeld ist der König mit der Luftpistole.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an den Eichstätter Gauschützenmeister und stellvertretenden Bezirksschützenmeister von Mittelfranken die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die Auszeichnung mit Aushändigung der Urkunde nahm Landrat Anton Knapp im Rahmen eines Festaktes im Tapetenzimmer der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz in Eichstätt  vor.  Unter Beisein seiner engsten Angehörigen sowie den zuständigen 1. Bürgermeister Wolfgang Roßkopf der Heimatgemeinde Dollnstein und vom Mittelfränkischen Schützenbund als Anreger der Auszeichnung die 3. Bezirksschützenmeisterin Petra Backer würdigte Landrat Knapp die enormen Verdienste von Karl Renn für sein jahrzehntelanges Engagement um das Schützenwesen. „Engagierte Menschen wie Sie, die sich seit vielen Jahren mit viel Leidenschaft und Herzblut ehrenamtlich in Vereine einbringen, die immer diesen Blick für den andren haben, tragen dazu bei, die Kultur des menschlichen Miteinanders zu fördern. Mit Stolz darf ich Ihnen die Bundesverdienstmedaille aushändigen, die höchste Anerkennung in Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl.“

Foto:LRA Eichstätt

Bereits mit 23 Jahren übernahm Karl Renn im Jahre 1980 das Ehrenamt des 1. Schützenmeisters bei der Schützengesellschaft „Gut Heil“ Obereichstätt e.V. Gleich zu Beginn seines ehrenamtlichen Wirkens standen die Organisation und die Durchführung des 100-jährigen Vereinsgründungsfestes an. Im Laufe der folgenden Jahre kam in der Vereinsführung der Wunsch nach einem eigenen Schützenhaus auf. In den Jahren 1994 bis 1996 erfolgte dann unter seiner Führung mit dem damaligen Bauträger des Marktes Dollnstein der Bau eines Gemeinschaftssportheimes in Obereichstätt, das zur neuen Heimatstätte der Schützengesellschaft und des örtlichen Fußballvereins wurde. Mit großem persönlichem Engagement und weit über 1000 freiwilligen Arbeitsstunden war er der starke Motor dieser Baumaßnahme.

Besonders lag Renn auch die Förderung und die Integrierung der Jugend sehr stark am Herzen und standen immer im Mittelpunkt seines Wirkens. Ebenso war es ihm ein sehr großes Anliegen, neben den sportlichen Aktivitäten, das gesellige und kameradschaftliche Miteinander zu fördern, was ihm große Anerkennung im kommunalen Bereich einbrachte. Dafür wurde er im Jahre 1998 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Nach seiner Niederlegung des Amts als 1. Schützenmeister im Jahr 2000 übernahm er erneut im Jahr 2011 die Führung der Schützengesellschaft „Gut Heil“.

Foto:LRA Eichstätt

Durch die großartigen Leistungen auf Vereinsebene wurde der Schützengau Eichstätt auf Renn aufmerksam. Franz Winterstein, der damalige 1. Gauschützenmeister, schlug der Gauversammlung vor, ihn in die Verwaltung und in die Vorstandschaft des Schützengaues Eichstätt zu wählen, was auch prompt und einstimmig geschah. 1985 begann er als 3. Gausportleiter seine Funktionärslaufbahn im Schützengau und war für die Durchführung sämtlicher sportlicher Aktivitäten, von Meisterschaften bis zu Rundenwettkämpfen, mitverantwortlich. Im Laufe der folgenden Jahre und der nächsten Wahlperioden durchlief er verschiedene ehrenamtliche Vorstandspositionen, vom 3. Gausportleiter, über den stellvertretenden Gauschützenmeister, bis er im Jahre 1997 von der Gauversammlung zum 1. Gauschützenmeister gewählt wurde.

Auch in dieser Funktion war es ihm sehr wichtig, die Schützenjugend zu fördern und althergebrachtes und lebendiges Brauchtum sowie Traditionelles aufrechtzuerhalten und wiederzubeleben, wie z.B. das Eichstätter Volksfestschießen.

Durch die erfolgreiche und konsequente Arbeit auf Gauebene wurde er im Jahr 2003 von den Delegierten des Mittelfränkischen Schützentages zum stellv. Bezirksschützenmeister des Mittelfränkischen Schützenbundes gewählt. In dieser nun schon 15-jährigen Tätigkeit ist er eine große Stütze für den 1. Bezirksschützenmeister und vertritt diesen bei Landesausschusssitzungen des Bayerischen Sportschützenbundes in München als auch bei den Mittelfränkischen Bezirkstagssitzungen sowie verschiedenster öffentlicher Veranstaltungen.

Im Schützenhaus der „Jurahöhe“ Pfahldorf versammelten sich die Jugendleiter der 42 angeschlossenen Vereine des Schützengaus Eichstätt mit ihrer Schützenjugend zum 36. Gaujugendtag. Gaujugendleiter Reinhard Bergmann begrüßte die Versammelten und verlas die Tagesordnungspunkte. Die Siegerehrung der Schüler- und Jugendrundenwettkämpfe und des Shooty-Cup, sowie die Vorstellung des Besten Nachwuchsschützen 2017 waren zu bewältigen. Gauschützenmeister Karl Renn begrüßte die Gaujugend und wünschte der Versammlung einen guten Verlauf. Er appellierte an die Jugendleiter der Vereine für eine bessere Zusammenarbeit mit der Gaujugendleitung. Denn ohne Jugendarbeit haben der Schießsport und somit auch ein Teil unserer Gesellschaft keine Zukunft.  Er wünschte den Jugendlichen für die anstehende Meisterschaftssaison viel Glück und Erfolg. Für seine Verdienste in der Jugendarbeit zeichnete Renn den Gaujugendleiter mit der Bezirksjugendnadel in Silber aus.

Die Beste Nachwuchsschützin des Schützengaus Eichstätt kommt in diesem Jahr aus dem Bogensport. In Abwesenheit erhielt die Schülerschützin Theresa Mosandl von den Almbergschützen Irfersdorf diese Auszeichnung. Verbunden ist diese Auszeichnung mit einem Förderpreis aus der für die Jugendförderung zweckgebundenen Josef-Behringer-Stiftung

In seiner Analyse des sportlichen Geschehens im abgelaufenen Jahr zeigte sich der Gaujugendleiter Reinhard Bergmann sehr erfreut über die Ergebnisse und Platzierungen, die von den Jungschützen des Gaues erzielt worden sind. Lobenswert ist auch die starke Teilnahme am Bezirksjugendtag in Eichstätt. Der Gastgeber hat weit über die Grenzen des Gaues ein Zeichen gesetzt.

Der RWS-Shooty-Cup ist ein von der Deutschen Schützenjugend ausgeschriebener Wettbewerb für Schüler-Vereinsmannschaften, der eine Qualifikation durch alle Ebenen beinhaltet. Aus dem Bereich des Schützengaus Eichstätt nahmen 19 Schülerschützen an diesem Wettkampf teil. Auf Bezirksebene erreichten Johannes Leibhard und Daniel Lindner von Hubertus Hofstetten den 8. Platz.

Mittelfrankens Top-Schieß-Event der Schützenjugend ist unangefochten der Mittelfrankenpokal. Zehn LG-Schützen und fünf LP-Schützen aus jedem Gau mussten jeweils  40 Schuss abgeben. In einer ausgeklügelten Punktewertung wurde dann der Gesamtsieger ermittelt. Der oftmalige Titelverteidiger Eichstätt musste sich trotz der zwei Einzelsiege von Andreas Nieberle (Luftgewehr-392 Ringe) und Paul Fröhlich (Luftpistole-372 Ringe) mit dem 3. Platz zufriedengeben.

 

Deutlich weniger teilgenommen

 

Pfahldorf (mr) Für die Durchführung der Schüler- und Jugendrundenwettkämpfe bedankte sich der Gaujugendleiter beim stellvertretenden Gausportleiter Balthasar Amler. Aufgeteilt waren diese Wettkämpfe in einer Schülergruppe und drei Jugendgruppen. Insgesamt bedeutet dies die schlechteste Teilnahme seit dieser Wettbewerb 1973 ins Leben gerufen wurde.

Die Besten Einzelschützen der Schüler- und Jugendgruppen erhielten Pokale. Besonders zu erwähnen sind im Schülerbereich die positiven Leistungen von den beiden Hofstetter Schützen Johannes Leibhard (169 Ringe) und Daniel Lindner (173 Ringe), die auch letztendlich auch mit ihrer Mannschaft den 1. Platz belegten. Im Jugendbereich erreichte in diesem Jahr, Dank der konstanten Leistung, die Beste Mannschaft von den Limesschützen Erkertshofen Platz eins. Das Beste Einzelergebnis (196 Ringe) lieferte Sarah Morgott vom Schützenclub Tauberfeld ab.

Mit dem Gauehrenabend beendet der Schützengau Eichstätt traditionell das Schützenjahr. "Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und gesammelte Erfahrungen des Jahres auszutauschen, sondern auch ein würdiger Rahmen zur Ehrung der erfolgreichen Sportler und langjährig Aktiven in Ihrem Schützengau." Mit diesen Worten eröffnete die stellvertretende Landrätin Tanja Schorer-Dremel zusammen mit Gauschützenmeister Karl Renn den Ehrenabend im Alten Stadttheater in Eichstätt. Der anschließende Einzug der Könige verkörperte Tradition und Brauchtum.

            

s gab viele, viele Ehrungen an diesem Abend - auch für nationale und internationale Erfolge: So wurden mit dem Zimmerstutzen, der Paradedisziplin des Schützengaus Eichstätt, die Mannschaft der SSG Jura-Altmühl, Carolin Beck (SV Morsbachtal Morsbach), Susanne Peter (SV Höbing) und Vanessa Gleißner (Tell Wilhermsdorf) Deutscher Meister. Paul Fröhlich vom SV Hubertus Hitzhofen/Oberzell belegte in der Juniorenklasse mit der Luftpistole den dritten Platz. Verena Schmid (SV Höbing) und Dominik Bergmann (Adler Buxheim) zählen in den Gewehrdisziplinen seit Jahren zu den Besten unter Deutschlands Eliteschützen.

Im härtesten Mannschaftswettbewerb auf deutschem Boden, dem DSB-Pokal, waren beide im unterfränkischen Haibach die Leistungsträger für den Sieg der mittelfränkischen Leistungsschmiede RWS-Franken. Dank ihrer konstanten Leistung durfte die DSB-Kader-Schützin Verena Schmid (SV Höbing) mit der Juniorenmannschaft zu den Luftdruck-Europameisterschaften nach Maribor (Slowenien) reisen, und kam als Doppel-Europameisterin zurück.

 

EHRUNGEN

Ehrennadel (klein-rot) des Bayerischen Sportschützenbundes: Patrick Beck (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Eichstätt), Josef Wagner (Hubertus Hitzhofen-Oberzell), Manfred Biedermann (SV Höbing), Alois Kraus (SV Felsentor Oberemmendorf), Matthias Schneider (SV Jurahöhe Pfahldorf), Andreas Ostertag (Hubertus Pietenfeld), Albert Weber (SV Jura Alp Pollenfeld), Werner Ruppert (Jurahöhe Rupertsbuch).

 

Gauehrenzeichen in Silber: Josef Wenzl (SV Edelweiß Gammersfeld), Michael Medl (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Greding), Simon Wittmann (SV Almberg Irfersdorf), Thomas Günthner (SV Meilenhofen/Zell), Martina Habermeier (SV Falke Nassenfels), Florian Bauer (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Pfalzpaint), Bernhard Micki (SV Rebdorf-Marienstein), Alexander Egner (Egidius-Schützen Schönfeld), Stefan Husterer (SV Tilly Wolkertshofen).

 

Goldene Ehrennadel des Deutschen Schützenbundes: Reinhard Bergmann (SV Adler Buxheim), Franz Spiegl (SV Germania Mühlheim).

 

Verdienstnadel "In Anerkennung" des Bayerischen Sportschützenbundes: Birgit Absch (SG 1922 Adelschlag), Lenka Frei (SG Altdorf/Anlautertal), Valerie Kaltenecker (SV Adler Buxheim), Daniel Reile (SV Burgsteinfelsen Dollnstein), Markus Nerb (Limesschützen Erkertshofen), Thomas Schneid (SV Euerwang), Markus Weilermann (SV Edelweiß Gammersfeld), Maximilian Gößl (SV Martinschützen Grösdorf), Veronika Puff (SV Hubertus Hofstetten), Christian Wehner (SV Höbing), Melanie Bengl (SV Almberg Irfersdorf), Josef Kammerbauer (Bergschützen Kaldorf), Patrick Waldmüller (SV Morsbachtal Morsbach), Luise Funk (Diana Möckenlohe), Franz Peter (SV Enzian Ochsenfeld), Andreas Heiß (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Pfalzpaint), Philipp Breitenhuber (SV Jurahöhe Rupertsbuch), Barbara Eichhorn (St. Georg-Schützen Schernfeld-Schönau), Petra Hegenberger und Georg Gerner (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Titting).

 

Peter-Lorenz-Nadel des Mittelfränkischen Schützenbundes in Bronze: Gilbert Donabauer (Edelweiß Gammersfeld), Michael Seitner (SV Höbing), Stefan Kleinwächter (SV Meilenhofen/Zell), Rudolf König (St. Georg-Schützen Schernfeld-Schönau), Rudolf Hegenberger (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Titting).

 

Peter-Lorenz-Nadel des Mittelfränkischen Schützenbundes in Silber: Robert Morgott (SG 1922 Adelschlag), Franz Mündl (SV Rebdorf-Marienstein).

 

Goldene Ehrennadel des Mittelfränkischen Schützenbundes: Leonhard Nerb (SG Altdorf/Anlautertal), Michael Bauernfeind (SV Biburg-Stadelhofen), Ursula Glaßmann (Adler Buxheim), Elke Stark (Burgsteinfelsen Dollnstein), Theresa Templer (Limesschützen Erkertshofen), Anton Meyer (SV Euerwang), Christopher Überall (Martinschützen Grösdorf), Matthias Biedermann (SV Höbing), Petra Bauer (SV Hubertus Hofstetten), Alexandra Weber (SV Almberg Irfersdorf), Martina Stahr (SV Bergschützen Kaldorf), Franziska Waldmüller (SV Morsbach Morsbachtal), Maximilian Müller (Diana Möckenlohe), Christian Kraus (SV Felsentor Oberemmendorf), Alois Dominik (SV Enzian Ochsenfeld), Martina Regler, Wolfgang Kuttenreich und Johann Mederer (alle SV Jurahöhe Pfahldorf), Monika Fischl und Willibald Heiß (beide Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Pfalzpaint), Walter Lehmeyer (SV Rebdorf Marienstein), Martin Kammerbauer und Alexander Karmann (beide St. Georg-Schützen Schernfeld-Schönau), Josef Baumann (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Titting).

 

Damennadel des Mittelfränkischen Schützenbundes in Bronze: Richardine Braun, Hildegard Cestaro, Carola Ernhofer, Rita Gerich, Wiltrud Heinz und Reinhilde Stoß (alle Martinschützen Grösdorf), Annemarie Regler (SV Jurahöhe Pfahldorf), Michaela Bittl, Andrea Kirschner und Stefanie Ruppert (alle SV Jurahöhe Rupertsbuch).

Beim diesjährigen Pokalfinale des Deutschen Schützenbundes in Haibach (Unterfranken), das letzte Highlight im Sportjahr 2017, waren auch Schützen aus den Schützengau Eichstätt dabei. Das Siegerpodest war fest in der Hand des Mittelfränkischen Schützenbundes, dem der Schützengau Eichstätt angehört.

Sarah Morgott (SC 1898 Tauberfeld) und Andrea Nieberle (SV Burgsteinfelsen Dollnstein) belegten mit der ersten Mannschaft der Rot-Weiß-Schützen Franken Rang 2. Der Mannschaft gelang das Kunststück, das Gesamtergebnis, als Pokalsieger des letzten Jahres, exakt zu wiederholen: 3113 Ringe.

Den Pokal durfte schließlich die 2. Mannschaft der Rot-Weiß-Schützen Franken entgegennehmen, die mit 3.133 Ringen einen neuen Mannschaftsrekord im DSB-Pokalfinale aufstellte. Zu diesem Bestergebnis trugen Verena Schmid (SV Höbing) und Dominik Bergmann (SV Adler Buxheim) bei.

Bild: Markus Retta

Kein geringerer als Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat beim Mittelfränkischen Gauschützentag in Eichstätt die Arbeit der Schützenvereine gewürdigt. Sie hätten eine kulturelle Stabilisierungsfunktion, sagte der Politiker im Alten Stadttheater.

 

Der Minister, früher selbst Wettkampfschütze, setzte sich bei seiner Festansprache im voll besetzten Alten Stadttheater auch vehement gegen eine Verschärfung des Waffenrechts ein. Zwar sei Sicherheit wichtig, sagte Schmidt, allerdings müsse die Verantwortung dafür bei den Schützenvereinen liegen. Schmidt war einer von elf Rednern beim Festakt zum 90-jährigen Gründungsfest des Schützengaus Eichstätt in Verbindung mit dem 67. Mittelfränkischen Schützentag.

Zwei Schirmherren - Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger und Bräu Stephan Emslander - hatten sich für die dreitägigen Feiern zur Verfügung gestellt. Die hatten mit einem Böllersalut an der Hofmühl-Brauerei begonnen.

Zum eigentlichen Auftakt des Festtages feierten die Schützen in der Wallfahrts- und Klosterkirche St. Walburg Gottesdienst mit Dompfarrer Josef Blomenhofer. Den Altarraum und die Seitenkapelle säumten dabei die Fahnenabordnungen der Vereine, die sich im Anschluss zu einem großen Festzug in Richtung Stadttheater bewegten.

Neben dem Landwirtschaftsminister sprachen dort Oberbürgermeister Andreas Steppberger, die Abgeordneten Reinhard Brandl, Eva Gottstein, Tanja Schorer-Dremel, Bezirksrat Alexander Küßwetter, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Mittelfrankens Regierungspräsident Thomas Bauer, Landrat Anton Knapp und der Vorsitzende des Bayerischen Landesschützenbundes, Jörg Ammon. Sie alle bezeugten vor mehreren Hundert Gästen ihre Verbundenheit zum Schützenwesen.

Gauschützenmeisterin Elisabeth Maier vom Nachbargau Ingolstadt hob die Freundschaft zum Schützengau Eichstätt hervor. Als offizieller Vertreter des Bayerischen Sportschützenbundes trat der stellvertretende Landesschützenmeister Jürgen Sostmeier ans Rednerpult. Er betonte, dass Bayern das beste Waffenrecht Deutschlands habe.

Der Freistaat brauche auch keine Ratschläge aus Brüssel, wetterte der Funktionär. Studien hätten bewiesen, dass es mehr Verstöße mit illegalen als mit legalen Waffen gebe. Er brachte zugleich frohe Kunde für alle Böllerschützen vom Deutschen Schützenbund (DSB) aus Wiesbaden mit: Die Böllerschützenordnung wird in die Satzung des DSB integriert. Der Rest des Festaktes war den Ehrungen erfolgreicher Sportschützen und verdienter Schützenfunktionäre vorbehalten (siehe eigenen Bericht).

Zum Festabend, der im Alten Stadttheater angesetzt war, war auch jeweils eine Abordnung aller angeschlossenen Vereine des Schützengaus Eichstätt anwesend. Bruder Barnabas hielt dort seine Fastenpredigt, "d'Mühschossbuam" zeigten musikalisches Kabarett vom Feinsten und die "Stoabrichla"-Musik ließ keine Langeweile aufkommen. Nach monatelangen Planungen und Vorbereitungen zeigte sich Karl Renn als verantwortlicher Gauschützenmeister erleichtert, dass der große Tag nun gekommen und letztlich auch problemlos über die Bühne gegangen war.

Zum Eichstätter Schützentag gehörten auch ein Jugendtag und eine Delegiertentagung. Dass die Eichstätter zu organisieren verstehen, zeigte eine bislang noch nie dagewesene hohe Beteiligung an einem Jugendtag. Mittelfrankens Jugendleiter Jens Gärtner sprach dort die Ausbildung zum lizenzierten Jugendleiter an.

Die Ausbildung, die sich über neun Tage erstreckt, umfasse nicht nur schießsportliche Themen. Über 80 Prozent seien überfachlich und beträfen Dinge wie Jugend- und Vereinsrecht, Aufsichtspflicht, Ernährung sowie Didaktik und Methodik im Sport. Wie tief verwurzelt die Tradition des Schützenwesens in Deutschland ist, zeigten dann die beindruckenden Zahlen, die Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler an der Delegiertentagung präsentierte. Im Schützenbezirk Mittelfranken mit seinen zwölf Gauen sind derzeit rund 59 000 Mitgliedern in 496 Vereinen organisiert.

Beindruckend waren auch die vorgetragenen Zahlen zu den Investitionen im Sportbereich. Diese lagen bei über 100 000 Euro im abgelaufenen Schützenjahr. An der Tagung wurde der Referent Böller Xaver Wagner nach 20 Jahren offiziell verabschiedet.